Allgemein, Schwangerschaft

Unser Weg von unserem Sternenkind zu unserem Folgewunder

Heute wollte ich euch mal ein wenig erzählen, wie ich zu dem Titel „Risikoschwangere“ gekommen bin oder unser ganz persönlicher Weg von unserem Sternenkind zu unserem Folgewunder.

Meinen ersten positiven Schwangerschaftstest hab ich im September 2011 gemacht. Das war kurz vor unserer Hochzeit und das Glück schien perfekt. In der 10.ssw hatte ich leichte Blutungen und ein ziehen im Bauch. Ich wurde stationär aufgenommen und es wurde eine leichte bakterielle Infektion festgestellt. Nach meiner Entlassung hatte ich aber immer bei Belastung so ein Ziehen im Bauch. Mit meinen Sorgen ging ich zu meinem Frauenarzt. Der meinte, dass sei total normal bei Erstgebärenden, das sind die Mutterbänder und es gehört dazu. Ich weigerte mich, so weiter arbeiten zu gehen und er schrieb mich krank. Ich schonte mich viel und hatte aber immer ein bisschen ein merkwürdiges Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmte. Ich hatte auch eine Hebamme gefunden, diese meinte, ich sei wahrscheinlich etwas angespannt, da meine Mutter auch schwierige Schwangerschaften hatte. Es würde sich legen, wenn diese Zeit vorbei wäre. Keiner nahm mich Ernst, keiner ging auf meine Sorgen ein.

Und dann war der Tag da, es war ein eiskalter wunderschöner Sonntag im Februar. Ich war exakt in der 24.ssw. An dem Morgen ging es mir nicht gut, ich hab die Tritte vom Kind ganz tief gespürt und hatte einen großen Drang auf Toilette zu gehen ohne, dass was kam. Irgendwann beschloss ich meinen Mann zu wecken. Gegen 10 Uhr führen wir in unser Krankenhaus vor Ort und ich wurde direkt in den Kreißsaal geschickt. Dort wurde ich untersucht und dann kam der Satz: „Die Geburt ist bereits im Gange, ich kann das Füßchen schon sehen.“ Und von diesem Moment an ging es ganz schnell. Es wurde ein Rettungswagen gerufen und ich wurde ins nächstgelegene Krankenhaus gefahren, wo dann sofort ein Notkaiserschnitt gemacht wurde. Unsere Prinzessin wurde mit 503 gr geboren. Es begann eine für mich eine Zeit, die meine persönliche Welt so verändert hat, dass sie danach nie mehr wieder so war, wie davor. Nach zwei Wochen mussten wir unsere Prinzessin zu den Sternen ziehen lassen.

Verdacht war, dass ich eine (vererbte) Cervixinsuffizienz in Verbindung mit einer aufsteigenden Infektion hatte.

Zu meiner Traumabewältigung gehörte, wieder Vertrauen in mich zu bekommen und mein Bauchgefühl weiterhin ernst nehmen, denn es lag die ganze Zeit richtig.

Ich wechselte den Frauenarzt und besorgte mir viele Informationen. Und so entschied ich mich, in der nächsten Schwangerschaft einen „Frühen Totalen Muttermundverschluss nach Saling und eine prophylaktische Cerclage“ in einer speziellen Klinik, die für die für diese Art Eingriff spezialisiert ist, legen zu lassen. Das ist in unserem Fall, die nächstgelegene Uniklinik knapp eine Stunde Fahrtzeit entfernt.

Meinen nächsten positiven Schwangerschaftstest hielt ich Ende Oktober 2012 in den Händen und das Abenteuer konnte beginnen: Nachdem die Schwangerschaft relativ gesichert schien, machte ich einen Termin in der Schwangerenambulanz der Uniklinik zum Vorgespräch aus. Mein Frauenarzt hatte bis dahin noch nichts von dieser Methode gehört und war gespannt. In der 15.ssw sollte der Eingriff stattfinden. Da ich zu diesem Zeitpunkt aber bereits wieder Keime hatte, mussten diese erst einmal behandelt werden und so verschob sich der Eingriff um 1 Woche. Der FTMV wird mit einer Rückenmarksnarkose gemacht und dauert ne knappe Stunde. Danach bekam ich prophylaktisch Wehenhemmer und Magnesium und musste 4 Tage stationär zur Beobachtung dort bleiben. Dann wurde ich entlassen und konnte das erste Mal in der Schwangerschaft etwas entspannen. Ich wurde von meinem Frauenarzt engmaschig überwacht und so schafften wir es mit vielen Ängsten und einem weiteren Klinikaufenthalt in der 32.ssw wegen vorzeitigen Wehen bis 38+0. Da wurde unserem Mullemäuschen durch einen geplanten Kaiserschnitt auf die Welt geholfen ❤️

Ich muss dazu sagen, dass man mit einem toten Baby in der Anamnese immer und überall sofort Gehör findet, was ich in meiner ersten Schwangerschaft so vermisst habe und uns ja leider auch zum Verhängnis wurde.

Von dem Zeitpunkt an, war ich mit mir und meinem Körper wieder im Reinen ❤️

Von einem Geschwisterchen wollten wir lange nichts wissen, zu emotional anstrengend war doch die ganze Schwangerschaftsgeschichte. Aber jetzt haben wir uns doch nochmal getraut und es war klar, wir werden den selben Weg wieder gehen 💕

P.S. Das ist jetzt ein neutraler Bericht, bei dem ich die Emotionen draußen gelassen habe. Das würde sonst den Rahmen hier sprengen.

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